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Die Pfarrgemeinderäte und
Kirchenverwaltungen von
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Predigt von H.H.
Domvikar Dr. Hans Bauernfeind beim Abschlussgottesdienst des
Einkehrtages:
Verehrte Schwestern und Brüder,
beim heutigen Evangelium muss ich an
den ihnen allen bekannten ehemaligen Pfarrer Herbert Kessler
denken. Gott hab ihn selig! - Im Jahre 1993 schickte er mir von einem
Israelbesuch diese Postkarte.
Sie zeigt den Berg Tabor, den
Verklärungsberg Jesu. Pfarrer Kessler schrieb damals: „Herzliche Grüße
vom Berg Tabor, den wir heute besuchten. Nun geht’s nach Jerusalem!
Herbert“. Die Karte ist dann noch von zahlreichen weiteren Namen
unterschrieben worden.
Herzliche Grüße hat mir, und ich
vermute noch vielen weiteren Menschen, Pfarrer Herbert Kessler vom Berg
Tabor geschickt, jenem Berg, zu dem Jesus zusammen mit Petrus, Johannes
und Jakobus hinaufstieg, um zu beten.
Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem.
Ihm wird immer klarer, dass die religiösen Führer, allen voran die
Pharisäer, seinen Tod planen. Auf dem Berg betet er. Übrigens begleiten
ihn dieselben Jünger, die auch auf dem Ölberg in Jerusalem mit ihm sein
werden.
Auf dem Berg kommt es nun zu einer
seltsamen Begebenheit. Während Jesus betet, verändert sich sein Gewand.
Es wird leuchtend weiß. Mose und Elija sind da - die Propheten, die
jedem jüdischen Kind bekannt sind. Sie sprechen vom Ende Jesu in
Jerusalem. Sie bezeugen: In Jesus erfüllt sich alles, was gläubige
Menschen je in einer Religion erhofft haben. Er schenkt den Menschen
eine Beziehung zu Gott im Himmel, wie es noch nie geschehen ist. Für die
drei schlafenden Jünger, die durch das Geschehen jetzt so richtig munter
werden, wird das ganz offenkundig.
Und das sind auch die herzlichen Grüße
des Evangelisten Lukas vom Berg Tabor an uns: in Jesus Christus, dem
Sohn Gottes, findest du eine Beziehung zu Gott, wie sie inniger und
tragender nicht sein kann. Wenn du mit Jesus Christus in Beziehung bist,
dein Herz mit seinem vereinst, mit ihm Auge in Auge, Hand in Hand lebst,
mit ihm in Kommunion bist – was wir ja bei jeder Messe feiern dürfen,
dann bist mit diesem Jesus für alle Ewigkeit verbunden – du gehst nie
verloren. Die Stimme aus der Wolke unterstreicht das eindrucksvoll: Das
ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.
Liebe Schwestern und
Brüder, was für Grüße vom Berg Tabor. Wir erfahren, dass uns Jesus
beruft, zu ihm zu gehören. Sein Vater im Himmel selbst ruft uns, auf ihn
zu hören. Jesus gibt ein neues Gesetz der Liebe aus. Er ist der neue
Mose. Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst. Das sind die neuen
Worte, die Jesus uns zuspricht. Hab Vertrauen. Du bist mit mir
verbunden.
Wer in Jesus daheim ist, wer ihn kennt,
wer um seine Worte weiß, wer spürt, dass er in der Feier der Messe
wirklich da ist – wer mit ihm tief verbundene Kommunion lebt, befindet
sich im Heil, hat die Kraft, die Welt zu verändern.
Petrus ist schnell auf den Beinen. Er
will drei Hütten bauen. Eine für Mose, eine für Elija und eine für
Jesus. Die Beziehung zu Gott jedoch kann man nicht zementieren – wie
auch nicht die Liebe zu einem Menschen. Eine so wunderschöne Kirche, wie
die hier in Untergriesbach, ist noch lange keine Garantie, dass die
Beziehung zu Jesus echt und lebendig oder dauerhaft ist.
Aber diese Kirche ist der Ort, an dem
sie immer wieder erneuert werden kann. Darum gibt es für uns Christen
keinen richtigen Grund, die Messe nicht Sonntag für Sonntag zu feiern
und unsere Beziehung zu Jesus Christus zu erneuern – wobei wir wissen,
dass die Sorge um ein kleines Kind, die Sorge um einen kranken Menschen
oder einfach der berufliche Dienst hier auch Ausnahmen sein können.
Das jedoch ist unsere Berufung,
Schwestern und Brüder, mit Jesus in Beziehung zu sein, damit wir in ihm
den finden, der uns den Weg weist, die Wahrheit über das Leben zuspricht
und das Leben christlich gestalten hilft.
Mit Jesus im Herzen zu leben,
unterscheidet sich wahrlich von dem, ihn draußen zu lassen. Stellen sie
sich vor, die sie zur Feier der Messe kommen, wie kalt das Leben werden
würde, wenn sie es nicht tun. Es würde etwas in diesem lebendigen Markt
fehlen. Sie bringen den Geist Gottes durch ihre christliche Berufung
herein. Sie bezeugen, dass Gott uns etwas zu sagen hat. Sie leben ihre
christliche Berufung.
So gehen sie ganz an der Seite Jesu,
der vom Berg hinab nach Jerusalem weiterzieht. Dort wird er am Kreuz
hingerichtet werden. Doch sein Vater erweckt ihn aus dem Tod zum Leben.
In alten Kirchenbildern des Ostkirche sieht man Jesus, wie er dem Grab
entsteigt und zu seiner linken und rechten Seite viele Menschen an der
Hand mit zum Licht der Auferstehung entgegenführt.
Das ist unsere Berufung,
vertrauensvoll, mit Ehrfurcht und entschieden mit Jesus Christus
verbunden zu bleiben, in Kommunion zu sein.
Heute hören wir das im Zweiten
Hochgebet, wenn es heißt: Vater, wir danken dir, dass du uns berufen
hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen.
Sprechen wir im Herzen dieses Wort Jesu
immer mit. Wir sind gewürdigt und berufen, mit Gott in einer Weise in
Beziehung zu sein, wie es keine Religion vermag.
Wir dürfen zu Gott gehören. Wir sind
zusammen mit Jesus seine Schwestern und Brüder. Was für ein kostbares
Geschenk!
Gehen wir achtsam damit um. Reichen wir
es an die Kinder weiter. Leben wir unsere Berufung, Christen zu sein,
so, dass auch kommende Generationen sie leben wollen. Und ich bitte Gott
darum, dass auch aus diesem Ort in Zukunft Priester, Diakone und
Ordensleute hervorgehen möchten, weil eine Kirche der Berufenen diese
Dienste ganz dringend und unersetzlich braucht. Bitte, sorgt auch ihr
euch darum. Vielen Dank für eure Mitsorge. Amen.
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