19. Oktober

Aus der Homepage des Bistums Passau:

Warum ein verheirateter Vater Kleriker werden möchte?

Datum: 19.10.2009

Frank Plechinger aus Untergriesbach erklärt, warum er sich von Bischof Schraml am 24. Oktober zum Ständigen Diakon weihen lässt: Er will die Liebe Christi sichtbar machen

Untergriesbach/Passau (iop). Segnen, taufen, Trauungen halten, predigen und in der Seelsorge mitarbeiten. Das alles gehört zu den Aufgaben der Ständigen Diakone. Aktuell sind 28 Ständige Diakone im Bistum aktiv. Am Samstag, 24. Oktober, wird auch Frank Plechinger in der Pfarrkirche St. Michael Untergriesbach in diesen Dienst der Kirche aufgenommen. Diözesanbischof Wilhelm Schraml spendet ihm um 9.30 Uhr das Sakrament der Weihe. Damit gehört der 40-jährige Diplom-Informatiker und Vorstand in einem großen deutschen Softwarehaus aus München zum Klerus der Diözese Passau.

„Ich will Menschen ermutigen, Gottes Hilfe anzunehmen, in der frei- und frohmachenden Botschaft des Heils“, betont der Weihekandidat. Ihm ist es wichtig „die Liebe Christi sichtbar werden zu lassen, mit dem Mut christliche Werte wieder mehr zu zeigen und zu leben“. Frank Plechinger, ein gebürtiger Passauer und lange Jahre Domministrant, ist verheiratet und hat eine 13-jährige Tochter und einen 10 Jahre alten Sohn. Heute wohnt die Familie in Untergriesbach. Frank Plechinger hat sich für den Dienst entschieden, weil er ihn als „Chance für die Kirche in unserer Zeit und unserer Gesellschaft“ sieht: „Der Ständige Diakonat ist kein Lückenbüßer sondern ein eigenständiges Amt der katholischen Kirche mit einem eigenständigen Profil in der Seelsorge.“ Dieser Dienst, so Plechinger, sei die Brücke zu gesellschaftlichen Bereichen, die die Kirche sonst nicht erreicht. Frank Plechinger ist in der Passauer Altstadt aufgewachsen. Er war 17 Jahre Domministrant, später Mesner in der Domsakristei und Domaufsicht. Er engagierte sich in der kirchlichen Jugendarbeit, war Mitglied der KJG und ist Mitglied der KAB und des Caritasverbandes. Seit über 25 Jahren ist er beim Roten Kreuz und der Wasserwacht aktiv. Plechinger ist stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates und seit 10 Jahren Kommunionhelfer.

Frank Plechinger ist der erste Weihekandidat nach der neuen Ausbildungsordnung des Bistums Passau. Fünf Jahre dauerte seine Ausbildung. Dazu gehört ein Theologiestudium in Würzburg und ein 18-monatiges Praktikum. Dies hat er in der Pfarrei St. Michael, in Passau/Grubweg geleistet. Bereits im Dezember 2006 erhielt er die Beauftragung für besondere liturgische Dienste. Im Januar diesen Jahres hat Bischof Wilhelm Schraml ihn in den Kreis der Weihekandidaten aufgenommen. Am kommenden Samstag den 24. Oktober wird er nun zum 29. Ständigen Diakon der Diözese geweiht. Sein Leitspruch für die kommende Aufgabe: „Mit Gottes Hilfe und Gnade auf offene Ohren und Herzen stoßen, um die froh machende Botschaft des Heils zu den Menschen zu bringen.“

Seit 1968 können auch verheiratete Männer zum Ständigen Diakon geweiht werden. Die Ehefrauen der Weihekandidaten müssen diesem Schritt ausdrücklich zustimmen. Denn Diakone haben für die Aufgaben in der Kirche besonders verfügbar zu sein. Dies müssen die Eheleute und Familien gemeinsam tragen. Deshalb reicht das alleinige „Ja“-Wort des Mannes zur Diakonatsweihe nicht aus. Das Wort „Ständig“ weist darauf hin, dass das Diakonat für Lebenszeit übernommen wird.

Das Amt des Ständigen Diakons wurde mit dem II. Vatikanischen Konzil als eigener Dienst in der Kirche wiederentdeckt. In Deutschland gibt es weit über 2.000 Ständige Diakone. Weltweit dürften es in mehr als hundert Ländern über 20.000 sein. Das Wort „Diakon“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Diener, Helfer“. Entsprechend wurde dem Diakon schon in der frühen Kirche, wie die Apostelgeschichte berichtet, die Sorge um Notleidende übertragen. Bei der Weihe erklären die Kandidaten zunächst ihre Bereitschaft, das Amt des Diakons zu übernehmen. Dann legt der Bischof den Kandidaten die Hände auf – der eigentliche Weiheritus. Als sichtbares Zeichen wird das Evangelienbuch überreicht. Sie legen die liturgischen Gewänder an, Stola und Dalmatika. Der Diakon soll aus seiner persönlichen Lebens- aber vor allem auch Berufserfahrung heraus ein Gespür für die Not der Schwachen, der Einsamen und Ausgegrenzten entwickeln. Als Auge und Herold der Kirche ist es auch seine Aufgabe auf Problembereiche und Missstände aktiv hinzuweisen, dadurch zur Diakonisierung der Gemeinde beizutragen.