24. Oktober 2009
Diakonenweihe von Frank Plechinger
...aus der Homepage des Bistums Passau vom
24.11.2009
Bischof Wilhelm Schraml weihte Frank Plechinger zum Ständigen Diakon
Datum:
24.10.2009
Die Liebe Gottes
verwirklichen statt sich selbst– Diplom-Informatiker wird Diakon - Besonderer
Dank des Bischofs an die Familie
Untergriesbach (iop). Es geht um die Botschaft von Jesus Christus. Um nichts
anderes. Dienst in der Kirche hat nichts mit Selbstverwirklichung zu tun. Es
geht um die „selbstlose Verwirklichung der Liebe Gottes unter den Menschen“. Das
hat der Passauer Diözesanbischof Wilhelm Schraml bei der Diakonenweihe
herausgestellt. Am Samstag, 24. Oktober, weihte er den 40 Jahre alten
Diplom-Informatiker Frank Plechinger in Untergriesbach zum Ständigen Diakon.
„Wir Menschen können sehr viel machen“, so der Bischof in seiner Predigt, „aber
das Wesentliche, das uns von innen her heil macht, das uns eine bleibende
Erfüllung und ewige Vollendung bei Gott schenkt, ist von uns Menschen nicht
machbar.“ Beim Weg der Erwählung, so Bischof Schraml, mache Gott deutlich, dass
das Heil von ihm selber komme.
Mit seinem „Hier bin ich“, bekräftigte Frank Plechinger zu Beginn der Feier vor
Gott, Bischof und Gemeinde seine Berufung zum Ständigen Diakon. Die besondere
Bedeutung der Ehefrau auf diesem Weg zur Weihe, hob Bischof Wilhelm Schraml in
seiner Predigt ausdrücklich hervor. Gott habe dem neuen Diakon durch andere
Menschen, der Bischof wörtlich weiter, „vor allem durch Ihre Gattin geholfen,
seinen Ruf zu erkennen und zu beantworten.“ Auch die Ehefrau sprach ihr „Hier
bin ich“ und sagte so „Ja“ zu dem Dienst des Ehemannes, in den sie in Zukunft in
besonderer Weise mit einbezogen sei.
Segnen, taufen, Trauungen halten, predigen und in der Seelsorge mitarbeiten. Das
alles gehört ab sofort zu den Aufgaben von Frank Plechinger. Dazu werde er
gesandt, ausgerüstet mit der Kraft des Heiligen Geistes durch das Sakrament der
Weihe, so Diözesanbischof Wilhelm Schraml an den Weihekandidaten: „Tragen Sie in
dieser Kraft, in Christi Namen, Gottes heilende und rettende Liebe zu den
Menschen“
Mit dem Diplom-Informatiker und Vorstand in einem großen deutschen Softwarehaus
aus München sind nun 29 Ständige Diakone im Bistum aktiv. „Ich will Menschen
ermutigen, Gottes Hilfe anzunehmen, in der frei- und frohmachenden Botschaft des
Heils“, betont Frank Plechinger. Ihm ist es wichtig „die Liebe Christi sichtbar
werden zu lassen, mit dem Mut, christliche Werte wieder mehr zu zeigen und zu
leben“. Frank Plechinger, ein gebürtiger Passauer und lange Jahre Domministrant,
ist verheiratet und hat eine 13-jährige Tochter und einen 10 Jahre alten Sohn.
Heute wohnt die Familie in Untergriesbach. Frank Plechinger hat sich für den
Dienst entschieden, weil er ihn als „Chance für die Kirche in unserer Zeit und
unserer Gesellschaft“ sieht: „Der Ständige Diakonat ist kein Lückenbüßer sondern
ein eigenständiges Amt der katholischen Kirche mit einem eigenständigen Profil
in der Seelsorge.“ Dieser Dienst, so Plechinger, sei die Brücke zu
gesellschaftlichen Bereichen, die die Kirche sonst nicht erreicht. Frank
Plechinger ist in der Passauer Altstadt aufgewachsen. Er engagierte sich in der
kirchlichen Jugendarbeit, war Mitglied der KJG und ist Mitglied der KAB und des
Caritasverbandes. Seit über 25 Jahren ist er beim Roten Kreuz und der
Wasserwacht aktiv. Plechinger ist stellvertretender Vorsitzender des
Pfarrgemeinderates und seit 10 Jahren Kommunionhelfer.
Frank Plechinger ist der erste Ständige Diakon nach der neuen Ausbildungsordnung
des Bistums Passau. Fünf Jahre dauerte seine Ausbildung. Dazu gehört ein
Theologiestudium in Würzburg und ein 18-monatiges Praktikum. Dies hat er in der
Pfarrei St. Michael, in Passau/Grubweg geleistet. Bereits im Dezember 2006
erhielt er die Beauftragung für besondere liturgische Dienste. Im Januar diesen
Jahres hat Bischof Wilhelm Schraml ihn in den Kreis der Weihekandidaten
aufgenommen. Am Samstag, 24. Oktober, wurde er nun als Ständiger Diakon in den
Klerus der Diözese aufgenommen. Sein Leitspruch für die kommende Aufgabe: „Mit
Gottes Hilfe und Gnade auf offene Ohren und Herzen stoßen, um die froh machende
Botschaft des Heils zu den Menschen zu bringen.“
Seit 1968 können auch verheiratete Männer zum Ständigen Diakon geweiht werden.
Die Ehefrauen der Weihekandidaten müssen diesem Schritt ausdrücklich zustimmen.
Denn Diakone haben für die Aufgaben in der Kirche besonders verfügbar zu sein.
Dies müssen die Eheleute und Familien gemeinsam tragen. Deshalb reicht das
alleinige „Ja“-Wort des Mannes zur Diakonatsweihe nicht aus. Das Wort „Ständig“
weist darauf hin, dass das Diakonat für Lebenszeit übernommen wird.
Das Amt des Ständigen Diakons wurde mit dem II. Vatikanischen Konzil als eigener
Dienst in der Kirche wiederentdeckt. In Deutschland gibt es weit über 2.000
Ständige Diakone. Weltweit dürften es in mehr als hundert Ländern über 20.000
sein. Das Wort „Diakon“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Diener,
Helfer“. Entsprechend wurde dem Diakon schon in der frühen Kirche, wie die
Apostelgeschichte berichtet, die Sorge um Notleidende übertragen. Bei der Weihe
erklären die Kandidaten zunächst ihre Bereitschaft, das Amt des Diakons zu
übernehmen. Dann legt der Bischof den Kandidaten die Hände auf – der eigentliche
Weiheritus. Als sichtbares Zeichen wird das Evangelienbuch überreicht. Sie legen
die liturgischen Gewänder an, Stola und Dalmatika. Der Diakon soll aus seiner
persönlichen Lebens- aber vor allem auch Berufserfahrung heraus ein Gespür für
die Not der Schwachen, der Einsamen und Ausgegrenzten entwickeln. Als Auge und
Herold der Kirche ist es auch seine Aufgabe auf Problembereiche und Missstände
aktiv hinzuweisen, dadurch zur Diakonisierung der Gemeinde beizutragen.
Fotos von Hans Springer |